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Frage: Was ist mit der Aussage „die Naṣīḥah ist stets hart“ gemeint?

Antwort: Allāhs Segen sei auf Muḥammad und der Familie von Muḥammad.

Gemäß der ungefähren Übersetzung der Auslegung des Übersetzers:  
Es wurde überliefert, dass eine Gruppe von Leuten aus Khorāsān zu 'Abū al-Ḥasan (عليه السلام) kamen und sagten: „Einige Leute aus deinem Haus handeln in schändlicher Weise. Halte sie davon ab.“ Er sagte: „Ich mache das nicht“. Sie fragten: „Warum?“. Er sagte: „Ich hörte meinen Vater (عليه السلام) sagen: „Die Naṣīḥah (der Ratschlag) ist stets hart.“
(Quelle: Kaschf al-Ğummah fī Ma°rifati al-A'i'mmah von Bahā' al-Din 'Abū al-Ḥasan °Alī ibn °Īsā Hakkārī al-'Irbilī)

Die Ermahnung (Naṣīḥah) erfordert jemanden, der bereit ist, sie anzunehmen, denn ihr Ziel ist es, dass der Fehlerhafte von seinem Fehler ablässt. Wenn ein Mensch in seiner Beziehung zu Allāh einen Fehler begeht, kann er diesen leicht einsehen und bereuen. Wird er jedoch öffentlich mit dem Fehler konfrontiert, kann es sein, dass ihn der Stolz daran hindert, dies anzuerkennen – er beginnt zu rechtfertigen, zu argumentieren, und vielleicht sogar in der Sünde zu verharren. Deshalb kann eine „harte Naṣīḥah“ den Ermahnten verletzen und dazu führen, dass er sich vom Ermahnenden und sogar von den Rechtschaffenen insgesamt abwendet.

Hier zeigt sich die Weisheit des 'Imām: Er wusste, dass seine Familienangehörigen in dieser Lage nicht empfänglich für eine direkte Naṣīḥah wären. Daher entschied er sich bewusst dagegen, um möglichen Schaden zu vermeiden. Nicht jeder Mensch ist fähig zur Annahme einer Ermahnung. Naṣīḥah ist eine Kunst, die Feingefühl, klugen Zeitpunkt und Verständnis für die Situation und die betreffende Person erfordert. Manchmal ist das indirekte Ansprechen eines Fehlers – durch Andeutungen oder beispielhafte Geschichten – wirkungsvoller als eine direkte Konfrontation.

Und Allāh weiß es am besten und ist weiser.

Fatwā Nr.: 284 / Quelle: Frage-Antwort-Runde vom 01.06.2023