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Frage: Sie erwähnten, dass sich die Einladung zum Islām oft auf den ersten Teil des Wortes des Tauḥīd konzentriert – also auf die Verneinung der Existenz von Ālihah außer Allāh – während die wahre Erkenntnis über Allāhs (سبحانه وتعالى) kaum vermittelt wird. Ist dies der Grund dafür, dass die islāmischen Gruppierungen im Bereich der Namen und Eigenschaften Allāhs vom richtigen Weg abgewichen sind?

Antwort: Allāhs Segen sei auf Muḥammad und der Familie von Muḥammad.

Das praktische Problem besteht darin, dass viele von denen, die zum Islām aufrufen oder über den Glauben der Menschen urteilen – sei es durch Takfīr oder durch die Anerkennung ihres Islām –, nicht den richtigen Weg in der Daʿwah eingeschlagen haben. [Ihre Gelehrten] sprachen über „Lā ilāha illa Allāh“, über den Kufr gegenüber dem Ṭāghūt und den Īmān an Allāh, doch sie selbst hatten kein klares Verständnis vom Ṭāghūt und erklärten ihn den Menschen daher nicht in richtiger Weise. Ebenso kannten sie Allāh (سبحانه وتعالى) nicht richtig. Sie reduzierten den Īmān an Allāh auf eine enge Bedeutung. Viele derjenigen, die über den Glauben an Allāh und über die Eigenschaften Allāhs schrieben, erklärten die 'Āyāt, die von den Eigenschaften Allāhs handeln, zu mehrdeutigen 'Āyāt, deren Bedeutung niemand außer Allāh kenne und über die man nicht nachsinnen dürfe. 

Dadurch waren sie unwissend über die Eigenschaften Allāhs (سبحانه وتعالى), und wer Allāhs Eigenschaften nicht kennt, kennt Allāh nicht. So glaubten sie an Allāh auf der Grundlage von Unwissenheit. Und infolgedessen fielen viele von ihnen in den Kufr, ohne es zu merken. Sie glaubten an einen Ilāh, den sie für Allāh hielten, doch dieser Ilāh wurde von ihnen mit den Eigenschaften der Geschöpfe beschrieben. Deshalb sagt Allāh (سبحانه وتعالى):

وَمَا يُؤْمِنُ أَكْثَرُهُم بِاللَّهِ إِلَّا وَهُم مُّشْرِكُونَ

Gemäß der ungefähren Übersetzung der Auslegung des Übersetzers:
„Und die meisten von ihnen glauben nicht an Allāh, ohne Ihm (gleichzeitig) etwas beizugesellen.“
(Quelle: Der edle Qurʾān, Sūrah Yūsuf [12], 'Āyah 106)

Hier liegt das eigentliche Problem. Über den inneren Īmān oder Kufr eines Menschen – also über Gewissheit, Aufrichtigkeit, Wahrhaftigkeit, Zweifel und Ungewissheit – steht uns kein Urteil zu, denn die Herzen kennt allein Allāh (سبحانه وتعالى). Wir urteilen lediglich nach dem, was äußerlich in Worten und Taten sichtbar wird. Der wahre Īmān verwirklicht sich durch:

  1. Die Kenntnis Allāhs (سبحانه وتعالى),
  2. Die Kenntnis des Ṭāghūt,
  3. Den echten Kufr gegenüber dem Ṭāghūt, und den echten Īmān an Allāh – im Herzen und in den Taten.

Wenn von einem Menschen etwas erscheint, das dies aufhebt, sei es durch Worte oder Handlungen, dann urteilen wir nach dem, was sichtbar ist.

Und Allāh weiß es am besten und ist weiser.

Fatwā Nr.: 369 / Quelle: Frage-Antwort-Runde vom 19.05.2022