Frage: Was hat Ibrāhīm (عليه السلام) mit seiner Handlung und seiner Aussage beabsichtigt, als er die Götzen zerbrach und die Axt an den großen Götzen hängte, und wie ist diese Tat richtig zu verstehen?
Antwort: Allāhs Segen sei auf Muḥammad und der Familie von Muḥammad.
Allāh (سبحانه وتعالى) sagt in Seinem edlen Buch:
وَقَالُوا أَأَنتَ فَعَلْتَ هَٰذَا بِآلِهَتِنَا يَا إِبْرَاهِيمُ قَالَ بَلْ فَعَلَهُ كَبِيرُهُمْ هَٰذَا فَسْـَٔلُوهُمْ إِن كَانُوا يَنطِقُونَ
Gemäß der ungefähren Übersetzung der Auslegung des Übersetzers:
„Sie sagten: Hast du dies mit unseren Göttern getan, o Ibrāhīm? Er sagte: Nein, das hat der größte von ihnen getan. Fragt sie doch, wenn sie sprechen können.“
(Quelle: Der edle Qur'ān, Sūrah al-Anbiyāʾ [21], 'Āyāt 62, 63)
Hier zeigt sich eindeutig, dass Ibrāhīm (عليه السلام) derjenige war, der die Götzen zertrümmerte. Als er jedoch zur Rede gestellt wurde, bestritt er seine Tat nicht im Sinne einer Lüge oder Täuschung, sondern antwortete in einer Weise, die den Kern der Wahrheit offenlegte. Seine Antwort machte deutlich, dass er tatsächlich der Handelnde war und gleichzeitig auf die Ohnmacht der Götzen hinwies, die diese Menschen anbeteten. Wären jene Götter wirklich imstande, sich zu verteidigen oder Auskunft darüber zu geben, wer sie zerstört hatte, dann hätten sie dies tun können. Doch sie waren unfähig dazu. Damit wird klar, dass ein solches Wesen nicht verehrt werden kann und nicht würdig ist, angebetet zu werden.
Die Aussage von Ibrāhīm (عليه السلام): „Nein, das hat der größte von ihnen getan. Fragt sie doch, wenn sie sprechen können.“ ist daher nicht im wörtlichen Sinn zu verstehen. Sie war eine argumentative Vorgehensweise, die die Wahrheit zur Geltung brachte, nämlich dass diese Götzen weder sprechen noch handeln können. Ein Götze, der nicht einmal die eigene Schwäche abwenden oder auf Fragen antworten kann, kann weder groß genannt werden noch den Anspruch erheben, angebetet zu werden.
Allāh (عز وجل) sagt weiter:
قَالَ أَفَتَعْبُدُونَ مِن دُونِ اللَّهِ مَا لَا يَنفَعُكُمْ شَيْئًا وَلَا يَضُرُّكُمْ أُفٍّ لَّكُمْ وَلِمَا تَعْبُدُونَ مِن دُونِ اللَّهِ أَفَلَا تَعْقِلُونَ
Gemäß der ungefähren Übersetzung der Auslegung des Übersetzers:
„Dient ihr denn statt Allāh dem, was euch weder etwas nützen noch schaden kann? Pfui über euch und über das, dem ihr statt Allāh dient! Begreift ihr denn nicht?“
(Quelle: Der edle Qur'ān, Sūrah al-Anbiyāʾ [21], 'Āyāt 66, 67)
Diese 'Āyāt machen deutlich, dass Ibrāhīm (عليه السلام) die korrekte ʿAqīdah in Bezug auf jene falschen Gottheiten darlegte. Er zeigte, dass sie keinerlei Nutzen bringen und keinen Schaden abwenden können, ja dass sie nicht einmal imstande sind, sich selbst zu schützen. Daraus folgt, dass sie unmöglich würdig sein können, angebetet zu werden.
Und Allāh weiß es am besten und ist weiser.
Fatwā Nr.: 345 / Quelle: Frage-Antwort-Runde vom 15.09.2022
