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Frage: Sie erwähnten die allgemeine Regel, dass man Sorgfalt und Vorsicht walten lassen muss. Bedeutet das, dass man in Bezug auf jede kleine und große Angelegenheit sich bei einem Gelehrten vergewissern muss?

Antwort: Allāhs Segen sei auf Muḥammad und der Familie von Muḥammad.

Grundsätzlich muss derjenige, der nicht selbst in der Lage ist, eine Situation islāmrechtlich korrekt einzuschätzen, einen Gelehrten um einen Rat bitten. Derjenige, der für sich selbst entscheidet, ohne einen Gelehrten zu konsultieren, muss sich über Folgendes im Klaren sein: Wenn er im Nachhinein realisiert, dass seine persönliche Einschätzung islāmrechtlich falsch war, dann hängt dies oft damit zusammen, dass er selbst nicht neutral geurteilt, sondern sich von seinem Nafs hat beeinflussen lassen. 

Gemäß der ungefähren Übersetzung der Auslegung des Übersetzers:
Es wurde von Wābiṣah ibn Maʿbad überliefert: „Ich kam zum Gesandten Allāhs (صلّى الله عليه وعلى آله وسلّم). Er fragte mich: ‚Bist du gekommen, um nach dem Guten und Rechtschaffenen zu fragen?‘ Ich sagte: ‚Ja.‘ Da sprach er: ‚Dann frage dein Herz. Das Gute ist das, womit die Seele Ruhe findet und das Herz Zufriedenheit verspürt. Und die Sünde ist das, was in deinem Herzen Unruhe hervorruft und in deiner Brust Zweifel hinterlässt – selbst wenn die Menschen dir dafür eine Fatwā erteilen.‘"
(Quelle: Riyāḍ as-Ṣāliḥīn von Muhyī ad-Dīn 'Abū Zakarīyā Yahyā ibn Scharaf an-Nawawī)

Die Aussage „Frage dein Herz“ – gilt für den rechtschaffenen Menschen, der innerlich beunruhigt ist und nicht sicher weiß, ob er richtig oder falsch liegt. Die Sünde ist das, was in deiner Brust Unbehagen auslöst und wovon du nicht möchtest, dass andere es erfahren.

Dies zeigt das reine Herz, das sich Allāh hingegeben hat: Es empfindet nicht nur vor den großen Sünden Angst, sondern auch davor, den Weg zu den kleinen Sünden zu betreten. Da viele Menschen ihren Neigungen verfallen und dadurch Fehler machen, sollen sie einen Gelehrten konsultieren. Die Frage selbst muss klar und vollständig und die Situation detailliert beschreiben. Man soll nichts von der Angelegenheit verbergen. 

Wenn man den Gelehrten fragt, aber etwas vor ihm verheimlicht, wird er entsprechend dem antworten, was ihm bekannt ist. Aber das, was verborgen bleibt, kann das Urteil verändern und daher muss Klarheit bei der Fragestellung herrschen.

Und Allāh weiß es am besten und ist weiser.

Fatwā Nr.: 328 / Quelle: Frage-Antwort-Runde vom 15.12.2022