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Im Namen Allāhs, des Allerbarmers, des Gnädige

Die Bedeutung des Barāʾa gegenüber den Nichtmuslimen 
und seine Manifestation im Herzen und in den Handlungen

Alles Lob und Preis gebührt Allāh, dem Herrn der Welten und Sein Segen und Heil seien auf dem geehrtesten der Propheten und Gesandten, Muḥammad, dem Sohne ʿAbd Allāhs, und auf seiner gereinigten Familie, seinen gesegneten Gefährten und auf all jenen, die ihnen im Guten bis zum Jüngsten Tag folgen.

Der Barāʾa gegenüber den Nichtmuslimen bedeutet, dass man sich von ihnen sowohl innerlich als auch äußerlich loslöst. Zunächst betrifft dies die Taten des Herzens. Es bedeutet, dass wir erkennen und glauben, dass bestimmte Personen Nichtmuslime (Kuffār) sind, entweder aufgrund ihrer Taten, die Kufr verursachen, oder aufgrund ihrer Überzeugungen, die Kufr begründen. Jeder, der außer Allāh (سبحانه وتعالى) etwas anbetet oder Ihm etwas beigesellt, fällt in diese Kategorie. Dieses Glaubensverständnis entsteht im Herzen und zeigt sich in der Ablehnung jeglicher Form von Walāya. Walāya umfasst Liebe, Unterstützung (Nuṣra), Freundschaft / Zuneigung / Zugehörigkeit (Rukūn), Gefolgschaft (Tabʿiyya) und andere Ausdrucksformen von Loyalität. Barāʾa bedeutet daher nicht nur die innere Überzeugung, sondern auch deren praktische Umsetzung durch die Taten der Glieder. Was den Hass (Buḡḍ) betrifft, so bedeutet Barāʾa, dass man die Nichtmuslime aufgrund ihres Kufrs ablehnt und ihre falschen Überzeugungen nicht liebt. Dies ist eine Tat des Herzens.

Die äußeren Handlungen zeigen sich darin, dass man keine Gefolgschaft (Tabʿiyya), keine Freundschaft / Zuneigung / Zugehörigkeit (Rukūn), keine Unterstützung (Nuṣra), keine Walāya, keine Unterwerfung (Ḫuḍūʿ) und keine Anbetung (ʿIbādah) ihnen gegenüber leistet. Dies ist die praktische Umsetzung des Barāʾa gegenüber den falschen Ālihah (vermeintlichen Gottheiten) und ihren Anhängern. Wer sich nicht von deren Anhängern loslöst, hat sich auch nicht von den falschen Ālihah losgesagt.  Die sichtbaren Beweise für den Barāʾa zeigen: Wer einem falschen Ilāh gegenüber den Kufr verwirklicht, kann nicht gleichzeitig seinem Anhängern die Walāya zeigen. Dies widerspricht sich. Deshalb hat Allāh (عز وجل) jegliche Form von Walāya gegenüber den Nichtmuslimen in all ihren Bedeutungen verboten.

Die Taten werden grundsätzlich in zwei Bereiche unterteilt: die Taten des Herzens und die äußeren Taten der Gliedmaßen. Zu den Taten des Herzens gehören Überzeugungen, Absichten und innere Einstellungen. Diese unterliegen keinem äußeren Zwang, denn niemand ist in der Lage, das Herz eines anderen zu kontrollieren oder zu erzwingen. Zwang kann sich lediglich auf äußere Handlungen auswirken, nicht jedoch auf das, was im Inneren eines Menschen verankert ist. Bei äußeren Handlungen gilt: Wenn ein Mensch zu etwas gezwungen wird (Iḍṭirār), kann unter bestimmten Bedingungen das eigentlich Verbotene (Ḥarām) erlaubt werden. In manchen Fällen kann die Tat sogar verpflichtend (wādschib) werden, wenn dadurch ein größerer Schaden abgewendet wird. Für die Taten des Herzens hingegen gibt es keine solche Erleichterung. Der Glaube, die Überzeugung und die innere Haltung bleiben bestehen und können nicht durch Zwang aufgehoben werden. 

Grundsätzlich gilt: Nichtmuslime, die nicht gegen die Muslime kämpfen, werden im äußeren Umgang unterschiedlich behandelt – je nach Situation kann gütiges Verhalten (Birr) ihnen gegenüber erlaubt (mubāḥ), empfohlen (muṣṭaḥabb) oder verpflichtend (wādschib) sein. Allāh (سبحانه وتعالى) sagt:

وَلَا يَنْهَاكُمُ اللّهُ عَنِ الَّذِينَ لَمْ يُقَاتِلُوكُمْ فِي الدِّينِ وَلَمْ يُخْرِجُوكُم مِّن دِيَارِكُمْ أَن تَبَرُّوهُمْ وَتُقْسِطُوا إِلَيْهِمْ
(سورة الممتحنة [٦٠]: ٨)

Gemäß der ungefähren Übersetzung der Auslegung des Übersetzers:
„Allāh verbietet euch nicht, gegenüber denen, die nicht wegen eures Dīns gegen euch kämpfen und euch nicht aus euren Wohnorten vertreiben, gütig zu handeln und gerecht zu ihnen zu sein.“
Quellenangabe: Der edle Qurʾān; Sūrah al-Mumtaḥanah (60), 'Āyah 8

Gütiges Verhalten bedeutet allgemein, anderen Gutes zu tun, ihnen Wohltaten zukommen zu lassen und ihnen gerecht zu begegnen. Dies umfasst insbesondere das Geben (ʿAṭāʾ) und ein gutes Benehmen im Umgang. Diese Form des Umgangs gilt für alle, die die Muslime nicht bekämpfen, und ihr rechtlicher Status richtet sich danach, inwieweit sie dem Dīn dient – sie kann erlaubt, empfohlen oder verpflichtend sein. Eine besondere Stellung nehmen die Eltern ein. Ihnen gegenüber ist die gute Begleitung und der respektvolle Umgang verpflichtend, selbst dann, wenn sie versuchen, einen zur Beigesellung (Schirk) zu bewegen. Allāh (سبحانه وتعالى) sagt:

وَإِنْ أَرَادُوا أَنْ تُشْرِكَ بِاللَّهِ مَا لَيْسَ لَكَ بِهِ عِلْمٌ فَلَا تُطِعْهُمْ وَصَاحِبْهُمْ فِي الدُّنْيَا مَعْرُوفًا
(سورة لقمان [٣١]: ١٥)

Gemäß der ungefähren Übersetzung der Auslegung des Übersetzers:
„Und wenn sie dich dazu drängen, Mir etwas beizugesellen, wovon du kein Wissen hast, dann gehorche ihnen nicht; doch begleite sie im Diesseits in guter Weise.“
Quellenangabe: Der edle Qurʾān; Sūrah Luqmān (31), Āyah 15

Die gute Begleitung umfasst verschiedene Formen des Guten: Dienen (Khidma), Ausgeben (al-Infāq), Geben (ʿAṭāʾ), Zusammensitzen (al-Madschālis) und Gesellschaft leisten (al-Muʾānasa) – also alles, was man an Gutem für andere tun kannt. Dies gilt jedoch nur soweit, wie es nicht die anderen Pflichten (Wādschibāt) übersteigt. Für alle anderen Menschen, außer den Eltern, richtet sich das gute Verhalten danach, inwieweit es dem Dīn dient. Die Absicht ist entscheidend: Warum sitzt man mit jemandem zusammen? Geht es um Einladung zum Dīn (Daʿwah), um Wohltun (Iḥsān) oder um ein gutes Vorbild (Qudwa)? Alles muss in Bezug auf den Dienst am Dīn bewertet werden. Bezüglich des Dīn gilt: Wenn jemand ein Diener des Dīn ist, handle gut ihm gegenüber; ist er dies nicht, halte Abstand. Die Angelegenheit ist also nicht so einfach, wie man sie vielleicht intuitiv versteht.

Nicht-Liebe versus Hass

Nicht-Liebe bedeutet, dass man ihren Kufr anerkennt und ihnen nicht zuschreibt, zu den Geretteten zu gehören. Dieses Unterlassen von Liebe ist ein inneres Gefühl, eine Überzeugung des Herzens, die nicht im Widerspruch zu Mitgefühl oder Barmherzigkeit steht. Nicht-Liebe bedeutet nicht automatisch Hass. Man empfindet keine Liebe – das innere Gefühl, das Walāya ausdrückt, also den Wunsch nach ihrem Erfolg. Dieses Gefühl der Nicht-Liebe bleibt randständig und beeinflusst das äußere Verhalten nicht. Mitgefühl und Barmherzigkeit bleiben bestehen. Allāh (سبحانه وتعالى) ist gnädig mit Seinen Dienern. Ebenso liebt Allāh die Nichtmuslime nicht, erbarmt sich aber ihrer. Barmherzigkeit kann also mit Nicht-Liebe koexistieren. Für uns bedeutet dies, dass wir Nicht-Liebe empfinden können, ohne Mitgefühl aufzugeben. Der Gesandte Allāhs (صلى الله عليه وعلى آله وسلم) wurde als Barmherzigkeit für die Welten gesandt. Sein Ziel war und ist, sich gegenüber Menschen zu erbarmen, nicht jedoch die Festhaltung am Kufr zu lieben. Die Frage der Liebe ist eindeutig durch die Texte geregelt, die das Verbot belegen, Feinde des Dīn zu lieben. Allāh sagt:

لَا تَجِدُ قَوْمًا يُؤْمِنُونَ بِاللَّهِ وَالْيَوْمِ الْآخِرِ يُوَدُّونَ مَنْ حَادَّ اللَّهَ وَرَسُولَهُ
(سورة الحجرات [٤٩]: ٧)

Gemäß der ungefähren Übersetzung der Auslegung des Übersetzers:
„Du wirst kein Volk finden, das an Allāh und den Jüngsten Tag glaubt, das diejenigen liebt, die Allāh und Seinem Gesandten entgegenstehen.“
Quellenangabe: Der edle Qurʾān; Sūrah al-Ḥudschurāt (49), 'Āyah 7

Dies macht deutlich: Die Ablehnung des Kufrs und die Nicht-Liebe gegenüber seinen Trägern sind verpflichtend, ohne dass dies das Mitgefühl oder die ethische Behandlung beeinträchtigt.

Feindschaft gegenüber dem Kufr und der Umgang mit Nicht-Kriegführenden

Allāh (سبحانه وتعالى) sagt:

لَا تَجِدُ قَوْمًا يُؤْمِنُونَ بِاللَّهِ وَالْيَوْمِ الْآخِرِ يُوَدُّونَ مَنْ حَادَّ اللَّهَ وَرَسُولَهُ
(سورة الحجرات [٤٩]: ٧)

Gemäß der ungefähren Übersetzung der Auslegung des Übersetzers:
„Du wirst kein Volk finden, das an Allāh und den Jüngsten Tag glaubt, das diejenigen liebt, die Allāh und Seinem Gesandten entgegenstehen.“
Quellenangabe: Der edle Qurʾān; Sūrah al-Ḥujurāt (49), Āyah 7

Die Feindschaft beginnt mit dem realen Kufr. Im Kontext der Āyāt bezieht sich dies insbesondere auf diejenigen, die kriegerisch gegen die Muslime vorgehen. Wenn wir die Regel verallgemeinern, um Fehler zu vermeiden, entsteht ein Spielraum für den Umgang mit Nicht-Kriegführenden. Zum Beispiel gibt es Weite in Bezug auf die Erlaubnis, eine Frau zu heiraten, die sich nicht im Kriegszustand mit den Muslimen befindet. Die Texte sprechen dies jedoch nicht völlig klar an. Dieser Spielraum wurde vorsorglich gegeben, damit der Mensch nicht unbeabsichtigt in Fehler gerät. Allāh (سبحانه وتعالى) hat in manchen Angelegenheiten Flexibilität gewährt. Hier ist zu unterscheiden: Das herzliche Gefühl (die innere Einstellung) ist eine Sache, und das gütige Handeln eine andere. Das gütige Handeln (Birr) ist gegenüber den Eltern verpflichtend (wādschib) und gegenüber Nicht-Eltern unter den Nicht-Kriegführenden zulässig.
Die innere Überzeugung und die Haltung des Herzens gegenüber den Eltern sind eins: Du verabscheust ihren Kufr, aber handelst ihnen gegenüber dennoch gütig und respektvoll.

Warum verabscheust du ihren Kufr? Es ist unmöglich, im Herzen gleichzeitig Liebe für jemanden zu empfinden, der außer Allāh etwas anbetet. Dieser Widerspruch ist unvereinbar. Ja, du verabscheust es, weil sie Beigesellung begangen haben – das ist eine große Katastrophe. Wenn jemand deinen Vater beleidigen würde, würdest du ihn lieben? Wie viel mehr ist es dann unvorstellbar, dass man den beleidigenden Dienst an Allāh liebt. Wer Allāh beleidigt, hat die Realität des Dīn nicht erkannt. Warum lehnt man den Kufr ab? Es ist nicht möglich, im Herzen gleichzeitig Zuneigung für jemanden zu empfinden, der Allāh gegenüber Beigesellung praktiziert - eine schwerwiegende Abweichung. Ein solcher Widerspruch ist unvereinbar. Würde man jemanden lieben, der eine nahe Bezugsperson wie den eigenen Vater beleidigt? Das wäre nicht vorstellbar. Umso weniger ist es vorstellbar, die Handlung der Beleidigung Allāhs zu befürworten. Wer Allāh beleidigt oder Ihm Partner beigesellt, erkennt die Realität des Dīn nicht.

Und Allāh weiß es am besten und ist weiser.

Dars Nr.: ʿAqīdah-03-003 / Quelle: Frage-Antwort-Runde vom 28.04.2022