
Im Namen Allāhs, des Allerbarmers, des Gnädige
„Wa dschāʾa Rabbuka“
- Bedeutung, Einordnung und Widerlegung
der Verkörperlicher -
Alles Lob und Preis gebührt Allāh, dem Herrn der Welten und Sein Segen und Heil seien auf dem geehrtesten der Propheten und Gesandten, Muḥammad, dem Sohne ʿAbd Allāhs, und auf seiner gereinigten Familie, seinen gesegneten Gefährten und auf all jenen, die ihnen im Guten bis zum Jüngsten Tag folgen.
Allāh (تَبَارَكَ وَتَعَالَى) sagt:
هل ينظرون إلا أن يأتيهم الله في ظلل من الغمام والملائكة
Gemäß der ungefähren Übersetzung der Auslegung des Übersetzers:
„Erwarten sie (denn) etwas anderes, als dass Allāh zu ihnen in Schattendächern aus Wolken kommt und die Engel […]“
(Quelle: Der edle Qur'ān, Sūrah al-Baqarah [2], 'Āyāh 210)
Und Er sagt auch:
وجاء ربك والملك صفا صفا
Gemäß der ungefähren Übersetzung der Auslegung des Übersetzers:
„Und dein Herr kommt und die Engel, Reihe um Reihe“
(Quelle: Der edle Qur'ān, Sūrah al-Fadschr [89], 'Āyāh 22)
In diesen beiden 'Āyāt hat Allāh (سبحانه وتعالى) die beiden Verben „zu ihnen kommen“ (yaʾtīhim) und „kam“ (dschāʾa) dem majestätischen Namen Allāhs (Lafẓ al-Dschalālah) zugeschrieben: „Allāh kommt“, „Allāh traf ein“. Die Mudschassimah (Verkörperlicher) glauben hierbei, dass Allāh (عز وجل) kommt, Sich bewegt und von einem Ort zum anderen wechselt. Sie glauben, Er komme, wechsle den Ort und kehre dann zurück, aufgrund Seines Bedarfs an Ortsveränderung und Seines Bedarfs an dem Kommen. Sie führen diese beiden 'Āyāt als Beweis an, um die Eigenschaft des Kommens (al-Madschīʾ) und des Erscheinens (al-Ityān) für Allāh (سبحانه وتعالى) zu bestätigen. Dies ist jedoch eine Eigenschaft, welche den Eigenschaften der Geschöpfe ähnelt; sie vergleichen hierbei den Schöpfer mit dem Geschöpf.
Natürlich muss dieses Verständnis zurückgewiesen werden. Warum? Weil es im Widerspruch zu den absolut stichhaltigen Beweisen (Qaṭʿī) des edlen Qur'ān steht, welche Allāh (عز وجل) davon freisprechen, Seiner Schöpfung zu ähneln oder dass Seine Schöpfung Ihm ähnelt.
ليس كمثله شيء وهو السميع البصير
Gemäß der ungefähren Übersetzung der Auslegung des Übersetzers:
„Nichts ist Ihm gleich; und Er ist der Allhörende, der Allsehende.“
(Quelle: Der edle Qur'ān, Sūrah al-Schūrā [42], Āyāh 11)
Diese 'Āyāt über das „Kommen“ gehören somit zu den mehrdeutigen 'Āyāt, welches zwingend im Einklang mit den eindeutigen 'Āyāt verstanden werden muss. Daher ist dieses „Kommen“ im übertragenen Sinne (Madschāz) zu verstehen und nicht als wörtliche, reale Bedeutung (Ḥaqīqah).
هل ينظرون إلا أن يأتيهم الله في ظلل من الغمام
Gemäß der ungefähren Übersetzung der Auslegung des Übersetzers:
„Erwarten sie (denn) etwas anderes, als dass Allāh zu ihnen in Schattendächern aus Wolken kommt [...]“
(Quelle: Der edle Qur'ān, Sūrah al-Baqarah [2], 'Āyāh 210)
In Bezug auf diese Āyāh ist die implizierte Bedeutung (Taqdīr): „Erwarten sie denn etwas anderes, als dass die Strafe Allāhs zu ihnen kommt?“ Die „Strafe“ ist in dieser implizierten Bedeutung der handelnde Akteur (Fāʿil), obwohl sie in Wirklichkeit nicht der wahre Urheber ist, sondern das Objekt (Mafʿūl bihi), welches von Allāh herbeigeführt wurde. Allāh (سبحانه وتعالى) nannte also den wahren Akteur (al-Fāʿil al-Ḥaqīqī) – und das ist Er selbst – und überließ uns das Verständnis des metaphorischen Akteurs (al-Fāʿil al-Madschāzī), damit wir ihn implizit erschließen.
[Vereinfacht gesagt: In Bezug auf diese Āyāh ist die gemeinte Bedeutung „Erwarten sie denn etwas anderes, als dass die Strafe Allāhs zu ihnen kommt?“ Das „Kommen“ bezieht sich also nicht auf Allāh Selbst, sondern auf das, was Allāh kommen lässt, nämlich Seine Strafe. Allāh ist derjenige, der sie herbeiführt, nicht jemand, der sich bewegt oder von einem Ort zum anderen kommt. Der Qurʾān nennt Allāh als den Handelnden, obwohl das tatsächlich Kommende die Strafe ist. Dadurch wird ausgedrückt, dass alles Geschehen allein von Allāh ausgeht, ohne Ihm Eigenschaften der Geschöpfe zuzuschreiben.]
Ebenso verhält es sich mit dem „Kommen“ in folgender Āyāh:
وجاء ربك
Gemäß der ungefähren Übersetzung der Auslegung des Übersetzers:
„Und dein Herr kommt [...]“
(Quelle: Der edle Qur'ān, Sūrah al-Fadschr [89], 'Āyāh 22)
Die Bedeutung lautet hier: „Und der Befehl deines Herrn kommt.“ Denn der Befehl kommt nicht eigenständig, sondern er wird herbeigeführt. Allāh (عز وجل) nannte hier den wahren Akteur, um auf das Objekt hinzuweisen, welches der metaphorische Akteur ist. Dieses Verständnis (Taqdīr) steht vollständig im Einklang mit den eindeutigen 'Āyāt und widerspricht ihnen nicht. Alles, was darüber hinausgeht, widerspricht den eindeutigen 'Āyāt und muss verworfen werden; es darf weder vertreten noch ausgesprochen werden.
[Vereinfacht gesagt: Die gemeinte Bedeutung ist „Und der Befehl deines Herrn kommt.“ Denn nicht Allāh Selbst kommt, sondern das, was Er kommen lässt. Der Befehl kommt nicht aus eigener Kraft, sondern wird von Allāh herbeigeführt. Der Qurʾān nennt Allāh als den Handelnden, um deutlich zu machen, dass dieses Geschehen von Ihm ausgeht, ohne Ihm Bewegung oder Ortsveränderung zuzuschreiben. Dieses Verständnis stimmt mit den eindeutigen Āyāt des Qurʾān überein. Alles, was Allāh Eigenschaften der Geschöpfe zuschreibt, widerspricht diesen eindeutigen Āyāt und muss daher zurückgewiesen werden.]
Und Allāh weiß es am besten und ist weiser.
