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Frage: Wie kann man in einer Ḍarūrah (Notwendigkeit) seine Würde als Muslim bzw. Muʾmin wahren?

Antwort: Allāhs Segen sei auf Muḥammad und der Familie von Muḥammad.

Diese Angelegenheit erfordert zunächst Aufrichtigkeit und Hingabe gegenüber Allāh, sodann Wahrhaftigkeit gegenüber dem eigenen Nafs und Abstand von den persönlichen Neigungen. Die Beziehung des Menschen zu seinem Herrn setzt ein inneres Maß an Īmān voraus, das ihn befähigt, sich von allem Verbotenen fernzuhalten, soweit er dazu imstande ist. Dies ist eine zutiefst persönliche Angelegenheit, die nur der Mensch selbst richtig einschätzen kann – und Allāh weiß es besser. 

Die Ḍarūrah (Notwendigkeit) umfasst all das, wozu der Mensch gezwungen ist zu handeln, um sein Leben und seinen Dīn aufrechtzuerhalten, wenn es keinerlei Alternative gibt. Dabei kann es sich um Handlungen handeln, die an sich ḥarām sind, deren Beurteilung jedoch von Person zu Person unterschiedlich ausfällt. Die Notwendigkeit wird stets nach ihrem Maß bemessen: Das Ausmaß der Erlaubnis [zur Begehung von Sünden] in einem Zustand der Ḍarūrah unterscheidet sich je nach Mensch, Zeit und Situation.

All dies erfordert also die sorgfältige Abwägung des Einzelnen. Darüber hinaus bedarf es der Gottesfurcht, damit man das erlaubte Maß nicht überschreitet. Denn jeder Mensch kennt sich selbst am besten. 

Gemäß der ungefähren Übersetzung der Auslegung des Übersetzers:
„Nein! Der Mensch ist über sich selbst am besten unterrichtet (baṣīrah).“
(Quelle: Der edle Qur'ān, Sūrah al-Qiyāmah [75], 'Āyah 14)

Ich selbst bin nur über mich – und nicht über andere – am besten unterrichtet, denn ich kenne niemanden so, wie ich mich selbst kenne.

Und Allāh weiß es am besten und ist weiser.

Fatwā Nr.: 329 / Quelle: Frage-Antwort-Runde vom 15.12.2022